Seife Herstellung Naturseifen sieden – Ein Guide mit Tipps

Naturseifen sieden – Ein Guide mit Tipps

Naturseifen selbst herzustellen ist ein kreatives, nachhaltiges und lohnendes Hobby. Anders als handelsübliche Seifen, die häufig chemische Zusatzstoffe enthalten, bestehen selbstgesiedete Naturseifen aus natürlichen Ölen, Fetten, Kräutern und ätherischen Ölen. Sie pflegen die Haut sanft und lassen sich individuell gestalten – von Duft und Farbe bis hin zu Form und Wirkung.

Hier ist ein kompakter Guide, wie du mit dem Seifensieden startest und einige hilfreiche Tipps für gute Ergebnisse.

Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine fachmedizinische Beratung. Wir können Ihnen keine Heilversprechen vermitteln. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihren Arzt!


Grundprinzipien des Seifensiedens

Naturseifen entstehen durch die Verseifung: Fette oder Öle reagieren mit Natronlauge (NaOH) zu Seife und Glycerin.
Formelhaft:

Fett + Lauge → Seife + Glycerin

Wichtig: Natronlauge ist ätzend, deshalb gelten beim Sieden Sicherheitsregeln (Handschuhe, Schutzbrille, gut belüfteter Raum).

Grundzutaten:

  • Pflanzliche Öle (z. B. Oliven-, Kokos-, Rizinusöl)
  • Natronlauge (NaOH)
  • Wasser oder Kräutertee
  • Optional: ätherische Öle, Kräuter, Tonerde, Milch

Die Methoden

Es gibt mehrere Methoden, Naturseife zu sieden:

Kaltverfahren

  • Traditionelles Sieden ohne Erhitzen
  • Öle und Lauge werden vermischt, bis eine dicke „Trace“ entsteht
  • In Formen füllen und 24–48 h ruhen lassen
  • Danach 4–6 Wochen Aushärtung (Seife wird härter, milder, pH-Wert stabilisiert)

Heißverfahren

  • Seifenmasse wird schon während der Verseifung erhitzt
  • Verkürzte Aushärtungszeit (meist 1–2 Wochen)
  • Intensiver Duft und Farben bleiben oft besser erhalten

Glycerinseifen / Schmelz- und Gießverfahren

  • Vorgefertigte Seifenbasis schmelzen
  • Farbpigmente, Kräuter oder Düfte hinzufügen
  • Schnell und einfach, aber weniger handgemacht als klassische Seifen

Tipps für gelungene Naturseifen

1. Sicherheitsregeln beachten:
Lauge ist stark ätzend – immer Schutzbrille, Handschuhe und langärmlige Kleidung tragen.

2. Rezepte genau abwiegen:
Verwende digitale Waagen und halte dich an bewährte Formeln.
Zu viel Lauge → Seife kann austrocknend oder ätzend sein.
Zu wenig Lauge → Verseifung unvollständig, Seife „fettig“.

3. Öle sinnvoll kombinieren:

  • Olivenöl: sanft zur Haut
  • Kokosöl: härtere Seife, gute Schaumbildung
  • Rizinusöl: cremiger Schaum
  • Sheabutter / Kakaobutter: pflegend und festigend

4. Duft & Farbe:

  • Ätherische Öle sparsam verwenden (3–5 % der Seifenmasse)
  • Naturfarben: Kurkuma, Spirulina, Rote Beete Pulver, Tonerden

5. Formen & Design:

  • Silikonformen, Holzformen mit Backpapier
  • Swirl-Techniken oder Layering für kreative Effekte

6. Geduld ist entscheidend:

  • Kaltverseifte Seifen mindestens 4–6 Wochen reifen lassen
  • Heißverseifte Seifen sind schneller, aber Geschmack und Struktur entwickeln sich trotzdem noch

Nachhaltigkeit & Zusatznutzen

  • Vermeide Palmöl oder wähle zertifiziertes Bio-Palmöl
  • Nutze Kräuter aus dem Garten oder überschüssige Pflanzen
  • Naturseifen sind biologisch abbaubar und hautfreundlich

Fazit

Naturseifen zu sieden ist ein kreatives und lohnendes Hobby, das Wissen über Chemie, Pflanzen und Hautpflege verbindet. Wer die Sicherheitsregeln beachtet, auf bewährte Rezepte setzt und Geduld hat, kann wunderschöne, individuelle Seifen herstellen, die sanft zur Haut und gut für die Umwelt sind.


Wenn du willst, kann ich dir noch ein einfaches Starter-Rezept für die erste selbstgemachte Naturseife zusammenstellen, inklusive Mengen, Ölkombination und Duftideen.

Willst du, dass ich das mache?