Mutter und Schülerin am Computer Zusammenhang zwischen Bildungsgrad der Eltern und Universitäts-Abschlüssen der Kinder

Zusammenhang zwischen Bildungsgrad der Eltern und Universitäts-Abschlüssen der Kinder

Der Bildungsgrad der Eltern hat nachweislich einen starken Einfluss darauf, wie wahrscheinlich es ist, dass Kinder später eine Universität besuchen und einen akademischen Abschluss erreichen. Dieser Zusammenhang zeigt sich in zahlreichen Studien und auch in offiziellen Statistiken für Deutschland.


Deutliche statistische Unterschiede nach Elternbildung

Ein zentrales Ergebnis aus Daten des Statistischen Bundesamts zeigt:
Erwachsene im Alter von 25 bis unter 65 Jahren, deren mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat, verfügen deutlich häufiger selbst über einen Hochschulabschluss als Personen aus nicht-akademischen Elternhäusern. Konkret hatten 2021

  • 56 % derjenigen mit akademischen Eltern einen Hochschulabschluss,
  • aber nur 19 % bei Eltern mit mittlerem Bildungsabschluss (z. B. Abitur oder beruflicher Abschluss),
  • und lediglich 12 % bei formal gering qualifizierten Eltern.
    Im Durchschnitt unabhängig vom Elternhaus hatten 24 % einen Hochschulabschluss. (Presseportal)

Studien beginnen: Chance auf Hochschulstudium

Weitere Untersuchungen zeigen, wie stark sich diese Unterschiede schon bei der Aufnahme eines Studiums bemerkbar machen:
Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien beginnen statistisch etwa 79 ein Hochschulstudium, während aus Nicht-Akademiker‐Familien nur etwa 27 von 100 Kindern an eine Hochschule gehen. (Bildungsklick)

Das bedeutet, dass Kinder aus akademischen Haushalten mehr als doppelt so häufig studieren gehen wie Kinder aus Familien ohne akademischen Hintergrund.


Warum ist dieser Zusammenhang so stark?

Es gibt mehrere Gründe für den Einfluss des elterlichen Bildungsgrads:

1. Familiäre Ressourcen und Unterstützung:
Eltern mit Hochschulabschluss vermitteln oft ein stärkeres Bildungs- und Lernumfeld, können beim Lernen helfen und haben höhere Erwartungen an schulische Leistungen.

2. Sozioökonomischer Status:
Bildung geht häufig Hand in Hand mit Einkommen, was zusätzliche Ressourcen für Nachhilfe, Förderung oder außerschulische Aktivitäten ermöglicht.

3. Schulische Wege und Entscheidungen:
In Deutschland hängt die Empfehlung für weiterführende Schulen wie Gymnasien stark vom Elternhaus ab, was die spätere Hochschulreife und damit die Studienfähigkeit beeinflusst. (DIW Berlin)


Langfristige Effekte auf soziale Mobilität

Der starke Zusammenhang zwischen Elternbildung und eigener akademischer Karriere zeigt ein strukturelles Problem bei der intergenerationalen Mobilität:

  • Kinder aus hochgebildeten Elternhäusern haben höhere Chancen auf Studienabschlüsse und beruflichen Erfolg.
  • Kinder aus Familien mit niedrigerem Bildungsniveau bleiben statistisch häufiger ebenfalls ohne akademischen Abschluss. (Presseportal)

Damit wirkt das Bildungssystem in Deutschland nicht nur als Förderer von Talenten, sondern spiegelt auch bestehende soziale Ungleichheiten wider.


Fazit

Die Statistik zeigt eindeutig:
Der Bildungsgrad der Eltern ist ein starker Prädiktor für die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder später einen Universitätsabschluss erreichen.
Studierende aus Akademiker-Familien sind deutlich stärker vertreten.
Kinder aus Haushalten ohne akademischen Hintergrund schaffen seltener den Übergang an eine Hochschule.
Dieser Mechanismus trägt zur Fortdauer sozialer Ungleichheit bei.

Effektive Bildungs- und Sozialpolitik müsste daher gezielt darauf ausgerichtet sein, Bildungschancen zu entkoppeln vom Bildungsstand der Eltern – z. B. durch frühkindliche Förderung, individuelle Unterstützung und faire Zugänge zum Studium.